Einkommensteuer

 

 

Einkommensteuer für Großverdiener

Autor: Rafaela Rahmig Paraguay, Recht & Steuern3. Dez. 2008

Ab dem 1. Januar 2009 tritt die angekündigte Besteuerung von Individualeinkommen in Kraft. Diese Einkommenssteuer soll stufenweise eingeführt werden und trifft deswegen vorerst nur die Großverdiener mit einem Jahreseinkommen von über 161 Millionen Guarani.

Erfasst werden diejenigen Personen, die mehr als 10 Mindestgehälter pro Monat einnehmen. Umgerechnet auf den Monat sind das ungefähr 13,4 Mio. Guarani. Selbständige, als auch Angestellte, werden gleichermaßen zur Kasse gebeten. Ausschlaggebend ist lediglich das finanzielle Einkommen selbst, erklärt Fabian Dominguez aus dem Untersekretariat für Steuerwesen. Ein Jahr später werden diejenigen erfasst, die mehr als 9 Mindestgehälter pro Monat einnehmen. Bis 2016 sollen so alle Personen steuerpflichtig werden, die mehr als drei Mindestgehälter pro Monat verdienen. Steuerpflichtig wird man an dem Tag, an dem man die Jahresgrenze erreicht. Hat man bereits im Juni 2009 das Jahreseinkommen von 161 Millionen Guarani überschritten, ist man einen Tag danach bereits steuerpflichtig und muss sich im Finanzministerium einschreiben. Derjenige der Steuerpflichtig geworden ist, muss bei Beginn und danach jedes Jahr eine Vermögenserklärung abgeben. Anhand der Veränderungen dieser Vermögenserklärungen wird berechnet, ob die Erhöhung des Vermögens sich mit dem deklarierten Einkommen vereinbaren lassen. Die Vermögenserklärung kann im Finanzministerium oder vor einem Notar abgegeben werden. Nach Auskunft des Vizeministers für Steuereintreibung, Gerónimo Bellasai, sind im ersten Jahr der Anwendung der Einkommenssteuer ungefähr 10.000 Personen, also etwa 0,2% der Bevölkerung, betroffen. Bei der Vermögenserklärung braucht nach jetzigem Gesetzestext das sich im Ausland befindliche oder erworbene Vermögen nicht angegeben zu werden, sofern Vermögensteile nicht nach Paraguay eingeführt werden. Von der Steuer erfasst werden die üblichen Einkommen der natürlichen Personen, wie Gehälter und andere Einkünfte. Ebenfalls erfasst werden die Erlöse durch gelegentlichen Verkauf von Immobilien sowie der Erhalt von Dividenden und Gewinnanteilen. Nach Einführung der Einkommenssteuer wird es für jeden Einzelnen interessanter beim Einkauf auf eine legale Rechnung zu bestehen, da der Betrag der Mehrwertsteuer gegen gerechnet werden kann. Ziel des Finanzministers ist es, dass Privatpersonen, die heute oft beim Einkauf auf eine legale Rechnung verzichten, von jetzt an diese Rechnung verlangen werden, um die Absetzungsmöglichkeiten bei der neuen Einkommenssteuer auszunutzen. Damit dürfte sich nach Ansicht des Finanzministers das allgemeine Mehrwertsteueraufkommen automatisch erhöhen. Fraglich bleibt jedoch, ob jedes Kindermädchen, jeder Gärtner oder andere Dienstleister ab dem kommenden Jahr eine legale Rechnung mit Mehrwertsteuer ausstellen können wird. Um eine Rechnung absetzen zu können, muss diese den Namen des Käufers und dessen Steuernummer (RUC) enthalten. Bei jedem Kauf oder bei Bezahlung einer Dienstleistung muss nach einer Rechnung, einer „Factura“ gefragt werden, da ein Beleg ohne die persönlichen Angaben nicht ausreichend ist.

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